Hochsensibel und ziemlich intelligent – die Schwierigkeit mit der Außenwelt und Partnerschaft

Ich bin es. Und wusste es lange nicht. Jahrzehnte langes Unwissen, weshalb ich anders bin. Heute, mit 54 Jahren, weiß ich es: ich bin anders, und verdammt stolz darauf! Ja, hochsensibel mit all seinen kleinen Details. Intelligent über dem Durchschnitt. Stur? Nein, aber ich weiß, was ich will und nicht. Viel Wissen. Erfahrung. Dominant. Aber auch ganz gelassen, liebenswürdig.

Hochsensibilität zeigt sich bei jedem anders in der Gewichtung. Während die einen schon bei traurigen Sequenzen in einem Kinderfilm anfangen zu weinen, so können viele z.B. saure Lebensmittel bereits vor der geschlossenen Kühlschranktür riechen. Uns allen ist eines gemeinsam: wir sind empathisch und fühlen einfach mehr und klarer als der Durchschnitt der Menschheit.

Ich kenne Menschen, die hochsensibel und hochintelligent sind, und die sehr gut damit klarkommen. Mit sich selbst, und andere mit ihnen. Wiederum andere sträuben sich anzuerkennen, dass man eben empfindsamer ist. Man sieht, hört, riecht mehr, kann tiefer in Geschichten eintauchen oder ist für viele Leute der Magnet zum Zuhören. Ich selbst habe die Hochsensibilität schon lange angenommen und erkannt, dass sie mich als Persönlichkeit ausmacht. Damit einhergehend auch meine Talente oder Fähigkeiten. Was für mich inzwischen normal ist, kann allerdings bei einem Gegenüber, ob im Privaten, Beruf oder Freizeit, schon mal sehr sonderbar rüberkommen.

Während ein Gegenüber bestimmten Ereignissen, Gegebenheiten oder alltäglichen Details nichts besonderes abgewinnen kann, so reagiere ich aus Sicht dessen oft übertrieben. Sensitiv reagiere ich unter anderem, wenn ich Leid anderer mitbekomme. Oder ich erfreue mich an Kleinigkeiten, wie einen Regenbogen zu sehen, frisch gemähtes Gras zu riechen, den unausgesprochenen Zwischenworten anderer zu lauschen oder, oder, oder. Da könnte ich gerade vieles auflisten. Für mich absolut normal. Für einen Partner hingegen oftmals nicht ganz so normal oder einfach im alltäglichen Umgang. Da reicht es schon aus, dass man zu viel Negatives an einem Tag erlebt hat und prompt gelingt der Superköchin nicht einmal ein einfaches Standardgericht. Oder zu viel Nähe erdrückt einen, während der Partner einfach nur viel Nähe sucht. Auch hier gibt es alle möglichen Unterschiede, die eine Beziehung zwar zu etwas Besonderem werden, aber durchaus auch für kniffelige Situationen der emotionalen Art sorgen lässt.

Wenn ich etwas ganz gewiss gelernt habe ist es bei diesem Thema: viel miteinander reden. Im Außen hingegen erkläre ich nur noch manchmal wie ich bin, aber sobald ich feststelle, dass mich jemand für leicht neben der Spur hält, dann lasse ich Erklärungen. Bringt nichts aus meiner Erfahrung. Lieber genieße ich es wie ich bin und auch den Kontakt zu Leuten, die mich verstehen wollen. So wie ich sie auch. Denn getreu dem Motto sein und sein lassen läuft generell vieles im Leben leichter. Übrigens diese Leichtigkeit erhalten wir hochsensiblen Menschen auch in dem wir uns möglichst von allem Negativen und negativen Leuten abgrenzen. Tun wir das nämlich nicht laufen wir Gefahr psychisch und körperlich krank zu werden. Eben weil wir uns vieles zu Herzen nehmen, gar nicht verstehen, wie andere so sein können oder über unser inneres Wesen hinweggehen. Uns verbiegen. Letzteres solltest du tatsächlich sein lassen, denn es macht dich auf Dauer krank. Und das muss nun wirklich nicht sein.

Hochsensibilität und Hochintelligenz sind ein kleiner Schatz, den es zu bewahren gilt. Denn real betrachtet ist es ein Geschenk und bietet uns und unseren Mitmenschen eine Vielzahl an Begabungen, Schönem oder Hilfreichem. Folglich: haderst du noch mit deiner hochsensiblen Art, dann denke nochmal in einer ruhigen Minute intensiv nach. Nimm an wie du bist. Umgebe dich besonders im Privaten mit Menschen, die dir ebenso gut tun wie du ihnen. Und entwickle deine Talente, Begabungen sowie fördere die Kanalisierung all deiner persönlichen kleinen und großen Eigenarten jeden Tag weiter. Sie sind nämlich das, was dich ausmacht als Person und als starke Persönlichkeit. Eben ein kleiner, aber sehr wertvoller Schatz in einer Welt der Schnelllebigkeit, Egomanie und vielem anderen mehr, was die Welt nicht sonderlich liebenswert macht. Sei du es: ein Vorbild im Umgang mit dem Leben, den Mitmenschen und im besonderen Maße mit dir selbst.

Bist du hochsensibel? Dann freue ich mich über deine Erfahrungen in Form eines Kommentars 🙂

Hinterlasse einen Kommentar